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PIRATEN fordern Aussetzung der Präsenzpflicht

+++ Steigende Inzidenzen vor allem bei Kindern und Jugendlichen +++ ein neues Schuljahr ohne Luftfilter und digitale Angebote +++ Präsenzpflicht an Durchseuchungs-Hotspots +++

Trotz steigender Indizidenzen wurden in NRW die Schulen in Präsenz geöffnet. Sandra Leurs, gesundheitspolitische Sprecherin der Piratenpartei Deutschland und Spitzenkandidatin der Piratenpartei NRW zur Bundestagswahl, kommentiert:

„Was in diesem Land gerade passiert, ist kaum in Worte zu fassen. Wir werden von den wahlkämpfenden Parteien sehenden Auges in den Abgrund gesteuert. Die Corona-Zahlen explodieren, während die Politik zwischen Wahlkampf-Auftritten über weitere Öffnungsschritte diskutiert. Seit eineinhalb Jahren wird diese Pandemie von den Regierenden am Laufen gehalten. Während sich das Coronavirus in dieser Zeit weiter entwickelt hat, wurden die Maßnahmen gegen das Virus zurückgeschraubt.

Das Schlimmste daran: Das Ganze wird auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen. In NRW sind die Inzidenzen bei Kindern bereits so hoch, dass seltene gesundheitliche Probleme gehäuft auftreten. Dieser Zustand ist einfach untragbar. Schulöffnungen in Präsenz stellen ein erhebliches Risiko für die Gesundheit der betroffenen Schüler:innen dar.
Daher können wir jede Familie verstehen, die aus Angst um die Gesundheit ihrer Kinder gegen das Präsenzgebot in den Schulen verstößt. Maßnahmen von Schüler:innen wie Proteste oder Schulstreiks möchten wir ausdrücklich unterstützen.“

„Das Corona-Management von Ministerpräsident Laschet ist eine Katastrophe. Nach wie vor fehlen digitale Angebote für Schüler:innen in Quarantäne und Luftfilter an Schulen, indes die notwendige Kontaktverfolgung einfach aufgegeben wurde. Während Laschet mit Kanzlerkandidatur und Wahlkampf beschäftigt ist, durchseucht NRW seine Kinder. Eine ganze Generation wird einem tödlichen Virus ausgesetzt. Viele werden ihr ganzes Leben lang unter den Folgen zu leiden haben. Das alles ist nur möglich, weil junge Menschen in Deutschland keine politische Repräsentation haben. Hätten sie eine Stimme, dann wäre dieses unsägliche Experiment auf Kosten unserer Kinder und damit unserer Zukunft nicht möglich,“

ergänzt Andrea Deckelmann, stellvertretende Vorsitzende der PIRATEN NRW.

  1. Louise Sommer

    Hallo Oliver,
    danke für die Antwort.
    Was ein „Peter Schorsch“ auf Twitter schreibt, ist nicht das, was ich unter Evidenz verstehe.
    Zur „neurotropen, multiple Organe beeinträchtigende Erkrankung“ , die ihr anscheinend flächendeckend bei Kindern befürchtet: Habt ihr euch die Zahlen genau angesehen? Ich zitiere aus dem Abstract (die ganze Studie schaffe ich nicht): „Many children and adolescents hospitalized for COVID-19 or multisystem inflammatory syndrome in children had neurologic involvement, mostly transient symptoms.“ Transient= vorübergehend, kurzzeitig!
    (Aufgerundete) 22% der Gesamtzahl der Patienten (von 21 Jahren oder jünger) waren neurologisch betroffen.
    Dann steht da: 12% entwickelten lebensbedrohliche neurologische Störungen. Hierbei handelt es sich allerdings um 12% der 22%! Also lediglich um 2,5% der Gesamtzahl der an der Studie teilnehmenden Patienten.
    Dann steht da: 26% verstarben. Hier handelt es sich um 26% der 12% der 22%, also um 0,65% der Gesamtzahl der Patienten, die wegen Covid oder wegen eines multisystemischen Entzündungssyndroms hospitalisierten Patienten, 21 Jahren oder jünger, bis zu welchem Alter auch immer „jünger“ gehen soll. Leider ist nicht aufgeschlüsselt, wieviele Kinder hier betroffen sind (nach deutschem Maßstab 0-15 oder 0-17 Jahre). Ich bin noch nicht einmal sicher, ob ein Patienten „mit einem multisystemischen Entzündungssyndrom“ dasselbe sein soll, wie ein Covid-Patient. Denn warum steht hier ein „oder“ zwischen den beiden Diagnosen?
    Nun sagt mir, liebe Piraten: Wieviele der in Deutschland hospitalisierten Kinder mit positivem Test wären der Kategorie „Patienten im Alter von 21 Jahren oder jünger, die wegen akuter COVID-19-Erkrankung oder eines multisystemischen Entzündungssyndroms ins Krankenhaus eingeliefert wurden“ zuzuordnen? Ganz gewiss nicht sämtliche 14 Millionen Kinder, von denen dann 0,65% sterben, wie ihr das vermutlich rechnet (oder rechnet ihr gar mit 26% toter Kinder?).
    RKI: Von 14 Millionen Kindern in Deutschland hatten bis April 2021 2,75% einen positiven Test (mögliche Doppelzählungen enthalten). Von rund 14 Millionen Kindern wurden 0,013% hospitalisiert. Von rund 14 Millionen Kindern wurden 0,00049% intensivmedizinisch betreut. Das entspricht dann vielleicht und maximal der Gesamtzahl der Patienten, die an der US-Studie teilnahmen. Von denen hatten 2,5% eine lebensbedrohliche neurologische Störung. Das wären in Deutschland 0,00001225% der Kinder, wenn es sich bei der US-Studie nur um Kinder gehandelt hätte und nicht um „21 Jahre und jünger“, also um allerhöchstens 1-1,5 Kinder von 14 Millionen Kindern, die mit einer lebensbedrohlichen neurologischen Störung rechnen müssten. Statistische 0,39 Kinder in Deutschland würden daran sterben.
    Bitte erklärt mir:
    Wieso schürt ihr hier so eine Panik, wenn ihr angeblich für wissenschaftlicher Evidenz steht? Wieso malt ihr ein Schreckgespenst „Durchseuchung = „ungeschützte Kinder = Gefahr “ an die Wand, wenn das eure Studien gar nicht hergeben? Wieso behauptet ihr, mit NoCovid Kinder schützen zu wollen? Ihr schützt damit keine Kinder, ihr schadet ihnen! Denn Kindheit ist unendlich viel mehr als ein Schulbesuch mit Wissensvermittlung und „Kontaktknotenpunkten“.
    In Deutschland sind maximal (!) 3 Kinder von 14 Millionen ursächlich an Covid verstorben. Natürlich ist das tragisch für die betroffenen Familien. Aber das rechtfertigt doch nicht eure und Lauterbachs Panikmache! Wie kommt ihr nur auf so – sorry – absurde (Schwurbel-) Gedanken?

    Übrigens: Kennt ihr den Bericht der LMU? (Ich bevorzuge deutsche/ europäische Studien, da diese mit unserer Lebensrealität mehr zu tun hat als US-Studien:
    https://www.covid19.statistik.uni-muenchen.de/pdfs/codag_bericht_16.pdf
    Ich zitiere: „Die Fallzahlen aus Ausbrüchen in Schulen sind weiterhin unbedeutend gering“ und: „auch nach der schrittweisen Öffnung der Schulen für den Präsenzunterricht seit Mitte Februar (KW 8) ist die Anzahl der Fälle, die aus Infektionen an der Schule resultieren, sehr gering geblieben.“
    Was sagt ihr hierzu? Keine Wissenschaft? Keine Evidenz?

    Du schreibst: „Die Wirksamkeit des raschen und konsequenten Lockdowns im März 2020 hat man v.a. im Vergleich zu Italien und Spanien gesehen. “
    Das ist eine Meinung, diese ist aber nicht wissenschaftlich und evident belegt. Die Gründe für die unterschiedlichen Verläufe in unterschiedlichen Ländern sind vielfältig und hochkomplex. Korrelation ist nicht dasselbe wie Kausalität! Wie begründet ihr, dass Schweden mit seinem Weg im europäischen Mittelmaß liegt? Wie begründet ihr, dass in vergleichbaren US-Staaten mit und ohne Lockdown/ Masken etc. die Kurven nahezu gleich verliefen (ohne Lockdown sogar manchesmal besser)?
    Über die spanische Grippe gibt es viele Meinungen, viele unterschiedliche Begründungen. Wissenschaftlich und evident ist hier nichts wirklich eindeutig belegt. Im Gegensatz zu damals wird heute viel geforscht:
    Auch hier nochmal ein Zitat aus dem Bericht der LMU: „Man erkennt, dass der R-Wert bereits vor dem ‚Lockdown-Light‘ am 2. November 2020, sowie der ‚Verschärfung‘ am 16. Dezember 2020 sank, was somit auf eine Abschwächung des Infektionsgeschehens bereits vor den ergriffenen Maßnahmen hindeutet.“ Es ergebe sich seit September „kein unmittelbarer Zusammenhang mit den getroffenen Maßnahmen“ – und zwar weder im Bezug auf den „Lockdown-Light“ am 2. November noch der Verschärfung am 16. Dezember 2020, noch der „Bundesnotbremse. Der Abfall ist auch hier schon vor der ‚Bundesnotbremse erkennbar, sodass die ergriffenen Maßnahmen den Verlauf des Infektionsgeschehens durchaus positiv beeinflusst haben könnten [könnten!] , jedoch nicht allein ursächlich für den Rückgang verantwortlich sind.“
    Der Fr-Artikel zu Schweden ist ebenfalls keine „wissenschaftliche Evidenz“, sondern lediglich ein tendenziöser Artikel eines Journalisten, der wiederholte, aber trotzdem unwahre Behauptungen aufstellt (Tegnell hatte _nie_ eine Herdenimmunität durch Durchseuchung angestrebt, hunderte Male in Interviews erläutert und erklärt). In dem Artikel wird Schwedens „hohe“ Sterblichkeit mit Dänemark, Norwegen und Finnland verglichen, aber nicht mit der noch höheren Sterblichkeit in vielen anderen europäischen Länder (mit hartem Lockdown & Co, wie z.B. in Spanien, Italien…). Hier wird (mal wieder) völlig außer Acht gelassen, welch unterschiedliche Voraussetzungen diese Länder haben und dass die (absolute) hohe Sterblichkeit in Schweden vor allem auf die Anfangszeit zurückzuführen ist, als der Schutz der Alten in den Pflegeheimen unterirdisch war. In Schweden – wie in Deutschland – sind so gut wie keine Kinder an ursächlich Covid gestorben.
    Dieser Artikel hat nichts mit wissenschaftlicher Evidenz zu tun, um die ich eigentlich bat.
    Übrigens: Wo sind die hunderttausende Tote, die euer Herr Lauterbach für Schweden vorhergesagt hatte?

    Long Covid bei Kindern:
    Frage vorweg: Ist „wissenschaftliche Evidenz“ für euch, nur eine Studie anzusehen (am besten die dramatischste, wie Herr Lauterbach) oder informiert ihr euch vielfältig und bezieht mit ein, dass es unterschiedliche und auch widersprüchliche wissenschaftliche Ansätze/ Studien/ Ergebnisse gibt? z.B. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/126121/Studie-Long-COVID-bei-Kindern-und-Jugendlichen-eher-selten
    Herr Mertens äußerte sich bei Markus Lanz zu der Schweizer Studie bezüglich Long Covid bei Kindern. „Wenn man eine solche Studie machen wolle, bräuchte es zwei Gruppen von Kindern, die die Pandemie unter den gleichen widrigen Bedingungen erlebt hätten: im Lockdown zu Hause, mit Homeschooling in einer Etagenwohnung mit fünf Personen zum Beispiel.“ In der Schweiz ist eine solche Studie durchgeführt worden.
    Ergebnis: „Die Krankheitslast des sogenannten Long-Covid ist bei denen, die infiziert worden waren, und denen, die nicht infiziert worden waren, praktisch gleich.“ Man kann also nicht mit absoluter Sicherheit sagen, dass die Symptomatik auf die Virusinfektion zurückzuführen sei. Mertens: „Zu Long-Covid in dieser Altersgruppe wissen wir praktisch nichts.“ Die Schweizer Studie sagt sogar: „Das ist eigentlich kein Krankheitsbild der Kinder“.
    Hat sich eure angeblich evidenzbasierte AG Gesundheit informiert, wie es mit „Long-Influenza“ oder „Long-andere-Viruserkrankung“ bei Erwachsenen und Kindern verhält? Die Long-Viruserkrankungs-Symptome sind ja nichts absolut Neues: Fatigue, Geschmacksverlust (wenn auch nicht unbedingt in der Ausprägung), ist Medizinern bekannt. Neu ist insbesondere, dass sie medial so beachtet werden.

    Die NoCovid-Öffnungsstrategie-Theorie in Ehren: Aber wo ist die wissenschaftliche Evidenz geblieben? Wie kann man auf die Idee kommen, ein solches Virus ausrotten zu können? Es gibt Unmengen Wissenschaftler, die dem widersprechen. Haltet ihr es für „wissenschaftlich evident“, dies zu ignorieren? Habt ihr mitbekommen, was in Neuseeland und Australien los ist? Das widerspricht sämtlichen NoCovid-Theorien. Und nicht anderes war NoCovid: eine Theorie, die sich gerade in Luft auflöst, aber nicht eine wissenschaftlich evidente Lösung!
    https://www.welt.de/kultur/plus233329053/Corona-Politik-Jetzt-zeigt-sich-das-wahre-Gesicht-von-NoCovid.html

    Wie gedenkt ihr, NoCovid durchzusetzen, wenn nicht die gesamte Bevölkerung mitspielt? Die Leute wollen und können nicht mehr. Die Chance für NoCovid ist vorbei – wenn es sie je gab, was ich bezweifle – geht höchstens noch mit Schlagstock, Taser, Gummigeschossen, Lager, Militär und Inhaftierung von Regierungskritikern, wie in Down Under. Oder mit totaler Überwachung wie in China.
    Seid ihr eigentlich konsequenterweise auch für NoInfluenza? Falls nein: Wieso nicht? Sie ist für Kinder gefährlicher als Covid.
    Warum seht ihr in Delta eine so große Gefahr, wenn doch die Symptome typischerweise harmloser sind als die von Alpha? Lungenentzündung z.B. gehört nicht typischerweise zu Delta, dafür Fieber, Halsweh, Schnupfen, Kopfschmerzen wurde im ZDF erzählt. Klingt eher nach einem grippalen Infekt.
    Wie steht ihr hierzu:
    https://www.science.org/doi/10.1126/science.abh1823
    (Studie der Charité, die zeigt, dass bestimmte Immunzellen aus früheren Infektionen mit „Erkältungs“-Coronaviren die Immunantwort gegen Covid verstärken)
    oder hierzu:
    https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.08.19.21262111v1.full
    (Israelische Studie, die aufzeigt, dass Covid-Genesene in den meisten Fällen eine gravierend nachhaltigere Immunantwort aufzeigen als Geimpfte).

    Wär es in Anbetracht dieser Studien nicht besser, es gäbe endlich mal eine Studie, die die T-Zell-Immunität in der Bevölkerung untersucht, um valide Daten zu haben, ob nicht vielleicht schon eine Herdenimmunität besteht? Dann könnten wir uns alles andere sparen.

    And last but not least: Die Zunahme von psychischen Problemen bei Kindern ist nicht nur „ständig behauptet“ sondern messbar und belegt. Viele Kinder- und Jugendpsychiatrien sind seit Monaten vollkommen überlaufen, nehmen nur noch die akuten Fälle auf (Suizidalität), siehe z.B. hier: https://www.br.de/nachrichten/wissen/corona-kinderaerzte-sprechen-von-triage-in-psychiatrien,SXlWV5H
    oder https://bnn.de/karlsruhe/karlsruhe-stadt/kinderschutzbund-karlsruhe-psyche-kinder-jugendliche-belastung-corona-triage
    oder hier https://wien.orf.at/stories/3087068/
    oder hier: https://www.welt.de/vermischtes/article231553341/Depressionen-und-Essstoerungen-Deutliche-Zunahme-bei-Minderjaehrigen.html

    Wenn Kinder Angst haben, ihre Eltern oder Großeltern mit schweren Coronaverläufen anzustecken, dann nur deswegen, weil ihnen diese Angst gemacht wurde! Das ist tiefschwarze Pädagogik wie aus eigentlich längst vergangenen Zeiten (wie ich zumindest dachte). Und klar: Das wirkt sich natürlich auf die Psyche von Kindern und Jugendlichen aus. Daher verurteile ich auf’s Schärfste, was (sorry: Un-)Menschen wie Herr Lauterbach und Herr Söder in den vergangenen 18 Monaten von sich gegeben haben. Und wofür womöglich auch die Piraten stehen?? Und das nennt ihr „Kinder schützen“?

    In einer Pandemie ist es Aufgabe der Politik, die Menschen aufzuklären und dafür zu sorgen, dass sie zuversichtlich bleiben.

    Angst und Panik zu schüren, immer und immer wieder (nicht evidente, lediglich „modellierte“) Horrorszenarien an die Wand zu malen, insbesondere Kindern über 18 Monate hinweg (und auch jetzt noch immer weiter) das Gefühl zu vermitteln, dass sie eine Gefahr für ihre Mitmenschen sind, einfach nur weil sie existieren und atmen – das ist ein Verbrechen an den Kindern. Tiefstes Mittelalter! Und weshalb? Weil Kinder zu 99,99x% eine Coronainfektion gar nicht oder nur mit ganz schwachen Symptomen durchmachen. Wie kommt ihr auf die Idee, dass eine „Durchseuchung“ der Kinder schrecklich sei? Vielleicht haben wir sie ja schon längst?
    Lest mal dies hier: https://www.tagesschau.de/inland/studie-zu-covid-19-bei-kindern-101.html
    Ich denke, es gibt nur sehr wenige Kinder, die Eltern haben, die 70+ sind. Für alle anderen, jüngeren Menschen ist Corona eine Erkrankung, die zu über 99% keine oder schwache bis gemäßigte Symtome zeigt, folglich ist die Angst, dass Kinder ihre Eltern anstecken oder gar „töten“ vollkommen irrational. Inbesondere, da ihr hier die Studien ignoriert, die belegen, dass Kinder keine Treiber der Pandemie sind, sondern eher Bremser. Das sind alles offizielle Zahlen und Informationen, die eine „AG Gesundheit“ einer Partei kennen sollte, wenn sie mit dem Thema Corona Wahkampf macht.

    Es ist im übrigen auch wissenschaftlich erforscht, dass Angst krank macht.
    Und es gibt den Nocebo-Effekt. Meiner Meinung nach beides Mit-Ursache für viele schwere (Long-)Covid-Verläufe.
    Herrn Lauterbach sehe ich hier ganz klar in der Verantwortung!

    Ihr seid für Impfungen in der Schule? Mit einem Impfstoff, von dem noch niemand vorhersagen kann, welche Langzeitwirkungen er hat? (Dann aber Angst vor Long Covid!?) Mit einem Impfstoff, der lediglich schwere Verläufe abmildert, die es bei Kindern sowieso nicht gibt? Mit einem Impfstoff, der nur eine bedingte Zulassung („Notfallzulassung“) hat? Der keine Infektion verhindert und auch keine Infektiosität? Ihr seid auch nicht für eine freie Impfentscheidung (denn in der Schule besteht ja ein extremer Gruppendruck)?

    Wie steht ihr hierzu: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/126514/Kinder-und-Jugendaerzte-sehen-Impfungen-an-Schulen-kritisch

    Lieber Oliver Ding: Alles in allem muss ich festhalten: Die angebliche Evidenz, auf die ihr euch beruft, wird in dieser Antwort nicht im Mindesten aufgezeigt. Schlechte Zeitungsartikel, Meinungen und ein Strategiepapier, das nur eine sehr einseitige Sichtweise berücksichtigt… Es entsteht eher der Eindruck, dass wissenschaftliche Studien, die euch nicht ins Konzept zu passen scheinen, ignoriert werden – oder vielleicht einfach nicht bekannt sind? Das Versprechen, die Piraten stünden für Wissenschaft und evidenzbasierte Politik, wird nicht im Ansatz eingehalten. Ihr feiert Lauterbach und Drosten als Helden (Kult!). Ihr stellt eure NoCovid- Strategie als „Wissenschaft“ dar, ignoriert aber sämtliche wissenschaftlichen Erkenntnisse, die dagegen sprechen. Das ist zutiefst unwissenschaftlich.

    Noch Abschließend zum Thema „Bildung“: Kinder brauchen nicht zuallererst Bildung. Kinder brauchen in der Schule zuallererst andere Kinder, gesunde und stabile Beziehungen zu Lehrern, Geborgenheit, Kontakt, Berührung, Freude, Spiel und Spaß, Mimik und gute nonverbale Kommunikation. Wenn sie das alles haben, dann erst kommt das Thema „Bildung“ dran. Ich spreche aus Erfahrung als Mutter, Erzieherin und Mitarbeiterin einer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung sowie Vorständin eines Fördervereins einer Schule. Schulstoff kann ratzfatz aufgeholt werden. Nicht durch Digitalisierung des alten Systems, sondern durch ein neues Schulsystem unter Berücksichtigung der aktuellen Hirnforschung, der Erkenntnisse aus Sozialpsychologie und Sozialpädagogik, durch die Förderung eigenständigen Denkens (statt Bulimielernen), durch Neugierig-machen auf die Welt, und vor allem durch Beziehungsarbeit usw.usf. Die Digitalisierung kann das dann ergänzen. Aber nie ersetzen. Daher ist der Ruf nach „Digitalisierung in den Schulen“ viel zu kurz gegriffen und geht an dem vorbei, was Kinder wirklich brauchen, um gut zu lernen zu können.

    Die Piraten hatten mal wirklich gut und vielversprechend angefangen. Aber eure Positionierung, in Gesundheitsfragen hinter einem – meiner Meinung nach gefährlichen – Mann wie Karl Lauterbach zu stehen, der in den vergangenen Monaten so oft schlichtweg und wissentlich falsche Dinge gesagt hat (Relotius lässt grüßen?) – das disqualifiziert euch leider komplett. Eure Behauptung, für Wissenschaft und Evidenz zu stehen, die ihr nicht liefert, dann aber mal eben Wissenschaftler und Mediziner mit einer anderen Meinung, als der euren als Schwurbler zu diskreditieren, selbst aber zu schwurbeln – ebenso. Ihr steht für eine weitere Spaltung der Gesellschaft und die Diskriminierung von 30 Millionen Menschen durch 2G (und nennt das dann Datenschutz, wenn alle ihre Gesundheitsdaten offenbaren müssen um ins Restaurant zu gehen?). Auch das disqualifiziert euch komplett. Ihr redet von Kinderschutz, meint aber nur Wissensvermittlung – auch das disqualifiziert euch.

    Schuster bleib bei deinem Leisten. Hättet ihr euch z.B. des Themas „Drohender Überwachungsstaat“ (s. Interview mit Edward Snowden: https://www.vice.com/en/article/bvge5q/snowden-warns-governments-are-using-coronavirus-to-build-the-architecture-of-oppression?utm_source=reddit.com ) angenommen – das hätte den Piraten besser zu Gesicht gestanden und wäre in der derzeitigen Situation ein wirklich wichtiges Thema.

    Viele Grüße
    Louise Sommer

    PS: Es gibt ein gutes Video, das ich sehr empfehlen möchte für alle, die sich für die Rohdaten und Zahlen der Pandemie interessieren:
    https://vimeo.com/591741693

    Tom Lausen (Einzelsachverständiger im Bundestag) hat auch eine Webseite mit sämtlichen Zahlen und interessanten Informationen dazu in den Pressemitteilungen: https://intensivstationen.net/pressemitteilungen/

    • Wir bleiben sehr bei unseren Leisten, auch wenn Du Edward Snowdens grundsätzlich richtige Missbrauchsbedenken als Referenz anführst. Ein qualvoll erstickter Mensch braucht sich aber keine Sorgen um seine Daten mehr machen. Apropos Snowden: Ich lasse Dir mal das hier. Die tiefschwarzer Psychologie ist übrigens genau die, die Kinder für welches wirre Ziel auch immer ins Verderben schickt. Ob das der Tod fürs Vaterland ist oder das chronische Erschöpfungssymdrom für die Wirtschaft ist letztlich scheißegal.

      Du plärrst rum, dass die Kinder so dringend ihre Spielkameraden brauchen. Ja, brauchen sie. Es gibt aber Mittel und Wege, dass sie SICHER mit ihren Spielkameraden spielen können. Social Bubbles mit verantwortungsvoll handelnden Erwachsenen zum Beispiel. Übrigens: Wie toll fühlen sich Kinder, wenn ihnen ihre noch jungen und daher noch nicht ausreichend oder noch gar nicht geimpften Eltern auf der Intensivstation auf dem Bauch liegen? Wie toll fühlen sich Halbwaisen?

      In der Ärzteschaft gibt es diverse Meinungen. Es gibt dort auch genug Schwurbler, die auf Esoterik setzen, die mit Desinformation für Aufklärung werben oder Plörre als Impfstoff hypen. In der gleichen Ärzteschaft gibt es regelmäßig einen breitflächigen Aufschrei, wenn Vertreter der Berufsgruppe Bullshit erzählen, LongCovid ignorieren und so tun, als würden Kinder die Durchseuchung kollektiv einfach wegatmen. Aus dem eigenen Erleben wissen die Vertreter der Praxis, dass das nicht stimmt. Und jeder, der schon einmal einem Ausbruch gegenüber stand, weiß das.
      Jedes gesunde Kind, das eine qualvolle Erkrankung durchmachen und hinterher nicht mehr belastbar ist, ist eins zu viel. Diese Kinder haben nämlich keine Freude mehr an Spielkameraden.

      • Louise Sommer

        Lieber Oliver,

        ich sehe: Du setzt auf Beleidigung statt auf Austausch. Das ist eine typische Reaktion, wenn man keine echten Argumente hat.

        Du gehst zudem überhaupt nicht auf meine genannten Studien ein, auf die Zahlen, die ich extra aus deiner Studie für dich errechnet habe. Du redest von Wissenschaftlichkeit, machst aber scheinbar nichts anderes, als wilde Behauptungen aufzustellen oder die unbelegten Behauptungen von Karl Lauterbach zu wiederholen.

        Ich habe weder Schiffmann noch Rabe zitiert – und käme auch nicht auf die Idee, das zu tun. Du hättest dies also in einer „Antwort“ auf meinen Kommentar einfach weglassen können. Spannender hätte ich gefunden, wenn du dich mit meinen Argumenten auseinander gesetzt hättest.

        Gesunde Kinder KÖNNEN sicher mit ihren Spielkameraden spielen, auch ohne so eine seltsame Erfindung wie „Social Bubble“, denn gesunde Kinder (!) sind nicht (!) durch Covid (!) gefährdet! Alles andere ist eine vollkommen unbegründete und wissenschaftlich durch nichts belegte Panikmache.

        Vielleicht kann dich dies hier ein wenig beruhigen: https://www.berliner-zeitung.de/gesundheit-oekologie/covid-19-im-august-musste-nur-ein-kind-auf-intensivstation-behandelt-werden-li.180270

        Nochmal: Es gibt faktisch kein Kind in Deutschland (oder Schweden), das ursächlich an Covid verstarb. Wieso kommst du dann ständig mit so vollkommen absurden Begrifflichkeiten wie „Kinder ins Verderben schicken“? Was daran ist wissenschaftlich? (Klingt eher nach Kirche im Mittelalter.) Von welchem „ wirren Ziel“ sprichst du?

        Wirr erscheint mir nur das NoCovid-Ziel (siehe die ausführliche Erläuterung in meinem vorigen Kommentar, die du leider überhaupt nicht würdigst).

        In der Ärzteschaft gibt es einen Aufschrei, wenn Long Covid bei Kindern geleugnet würde? Wo? Wann? Wer?
        Siehst du in Schweden Leichenberge von Kindern oder hast du von Unmengen „ nicht belastbarer Kinder“ dort gelesen? Wieso überhaupt „nicht belastbare Kinder“? Wie kommst du zu dieser seltsamen Behauptung? Du scheinst meine – extra für dich nochmal mühsam herausgesuchten Infos – bezüglich Long Covid bei Kindern, einfach zu ignorieren.

        Kein Mensch in Deutschland muss qualvoll ersticken, denn wir haben eine hervorragende Palliativmedizin. Davon abgesehen ist die Mär vom „qualvollen Erstickungstod“ aus März 2020 die Erfindung u.a. eines Germanistik-Doktoranden der Uni Lausanne. Das ist das absolute Gegenteil von Wissenschaftlichkeit.
        https://www.welt.de/politik/deutschland/plus226761145/Corona-Expertenrat-Das-Innenministerium-und-der-Germanist.html?
        Oder hier ohne +Abo: https://www.focus.de/gesundheit/coronavirus/corona-strategiepapier-auf-twitter-preist-er-mao-an-wie-fachfremder-china-fan-zum-deutschen-pandemie-berater-wurde_id_13008614.html

        Übrigens hätte auch ein qualvoll erstickter Mensch ein Anrecht auf den Schutz seiner Daten.

        Ich bat dich um Evidenz für das, wofür du/ die Piraten stehen. Dann verlikst du auf so etwas wie das Twitterfilmchen irgendeiner „Katherine McKenzie“. Weißt du, wann das Filmchen aufgenommen wurde? Wo es aufgenommen wurde? Dass dieses Kind, das laut MacKenzie an einer Pneumonie leidet, diese aufgrund Covid hat ? Dass dieses Kind keine andere Erkrankung hat? Sie behauptet, das Kind wäre nicht erkrankt, wenn Masken getragen würden. Dafür gibt es aber keinerlei Belege. Soll das seriös sein? Und du beschimpfst andere Mitmenschen der Schwurbelei? Doch was ist dies hier? Du emotionalisierst und versuchst damit, deine Mitmenschen (mich) zu manipulieren. Aber wissenschaftliche Evidenz: Fehlanzeige. Schade.

        Im übrigen: Auch Kinder mit schweren Erkrankungen oder nach schweren Erkrankungen haben selbstverständlich Freude an Spielkameraden. Zum Glück jedoch führt Covid zu 99,999x% NICHT zu schweren Erkrankungen bei Kindern.

        Desweiteren sind auch schwere Verläufe bei Eltern von Kindern sehr, sehr, sehr selten. Natürlich ist dies im Einzelfall tragisch. Aber wir können nicht aus tragischen Einzelfälle ein maximales Risiko kreieren, wie du das hier tust.

        Ich kenne persönlich niemanden, der auch nur einen positiven Antigen- oder PCR-Test hatte, folglich auch niemanden mit schwerem Covid- Verlauf oder gar Tod. Im Bekanntenkreis habe ich vereinzelt gehört (ich erinnere mich an zwei Mal), dass jemand jemanden kennt, mit schwererem Verlauf (Klinik, aber ohne Intensiv).

        Ich kenne dafür eine Person (Mutter von 5 Kindern!) die nach der ersten Biontech-Impfung einen schweren Schlaganfall hatte (Ärzte einhellig: Das war die Impfung). Würde ich argumentieren wie du, müsste ich jetzt fragen: „Was meinst du, wie es den fünf Kindern dieser jungen Frau geht?“ Ich kenne weitere 5 Personen persönlich, die wiederum jemanden persönlich kennen, der ähnlich heftige Impfnebenwirkungen hatte. Und jetzt?

        Oliver: Ich lasse dir deine Meinung. Ich lasse dich in deiner Angst, du scheinst das zu brauchen. Aber ich muss nochmals konstatieren: Was du bisher geschrieben und behauptet hast, hat nichts mit Wissenschaftlichkeit oder Evidenz zu tun, es ist lediglich eine Meinung. Wenn du über Schwurbler schreibst, ist das nach meinem Eindruck nichts anderes als Projektion (https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/projektion/11907 ) .

        Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass es dir gelingt, bald aus dieser irrationalen Angst (denn du bist ja nicht 70+!) herauszukommen. Lesetipp: Gustave Le Bon „Psychologie der Massen“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Psychologie_der_Massen ), auch für weitere Piraten, die deiner Meinung sind.

        Hilfreich: Nicht einfach Karlchen Lauterbach glauben (ich halte ihn für einen „Relotius“), sondern dich selbst auf den Weg machen, selber mal den Taschenrechner in die Hand nehmen und das, was dir Angst macht in Relation zu anderen Lebensrisiken setzen. Trau dich!

        Nochmal alles Gute und viele Grüße
        Louise Sommer

        • Du schreibst weiterhin viel, und viel längst widerlegten Quatsch. Von den positiv getesteten Kindern werden laut Studien, die in diesem hervorragenden Artikel verlinkt sind,
          1 von 14 LongCovid bekommen,
          1 von 100 ins Krankenhaus müssen,
          1 von 20,000 sterben.
          Die als Beleg angefragten Leichenberge gibt es z.B. in Brasilien. Das Video zu den Rohdaten, das Du anführt, steckt übrigens auch voller Fehler.

          Aber Du erklärst den Grund für Deine Blindheit vor den nachgewiesenen Folgen der Erkrankung für Kinder und Jugendliche: Du hattest noch keinen Kontakt zu der Krankheit und ihren schlimmen Folgen. Ich schon. Mindestens 11 Menschen, die ich kannte und zum überwiegenden Teil auch selbst gepflegt habe, sind an der Infektion gestorben. Über 90 infizierte Personen, die z.T. seit Monaten noch unter den Folgen leiden (Gedächtnisverlust, Geruchs- und Geschmacksverlust, geringe Belastbarkeit, schnelle Erschöpfung). Mehrere Bewohner sind zudem seit der Infektion an krankheitsbedingten Folgen gestorben, weil sie sich nie ganz erholt hatten oder auf Komplikationen wegen krankheitsbedingter Organschädigung, v.a. durch durch Mikrothromben, erlitten. Mehrere Kollegen hospitalisiert, eine Kollegin intensivpflichtig. Wer das erlebt hat, kann die Krankheit halt einfach nicht kleinreden. Außerdem kenne ich auch Hunderte geimpfte Personen, von denen ich von exakt zwei weiß, dass sie übermäßig auf den Impfstoff reagierten. Aber auch diese sind vollständig gesund. Übrigens wundert es mich nicht, dass Ärzte rein spekulativ die Impfung für einen Apoplex beschuldigen. Impfskepsis ist bei deutschen Ärzten besonders ausgeprägt.

          • Louise Sommer

            Lieber Oliver,

            nur damit ich das richtig verstehe: Du führst als „wissenschaftliche Evidenz“ deine eigene „Sockenseite“ an, die wiederum auf irgendwelche Twitternachrichten verlinkt?

            Oder auf die Seite eines Magazins, wo man dann erst den Link zu einer Preprint-Studie findet? Du weißt schon, dass es tausende Preprint-Studien zu Corona gibt, in die eine wie in die andere Richtung. Der allergröße Teil (in die eine wie in die andere Richtung) wird wieder eingestampft, da sie nichts taugen.

            Aber nehmen wir an, die Studie zu den „1 von 20.00 Kindern stirbt“ taugt, dann zitiere ich aus dem Abstract (mit DeepL übersetzt):
            „Die 25 CYP [children and young people], die an SARS-CoV-2 starben, entsprechen einer Sterblichkeitsrate von 2/Million bei den 12.023.568 in England lebenden CYP. CYP >10 Jahre, mit asiatischem und schwarzem ethnischen Hintergrund und mit Komorbiditäten waren im Vergleich zu anderen Kindern überrepräsentiert.“

            Der Artikel hat also mal eben ein paar Nullen vergessen – ebenso wie du (bzw. hast du anscheinend nur abgeschrieben?). 1 von 20.000 ist nicht dasselbe wie 2 von 1.000.000. Komorbiditäten waren zudem überrepräsentiert (und das ist nicht die Regel bei unseren Kindern), ebenso Kinder mit asiatischem und schwarzem ethnischen Hintergrund – von denen wir in DE nicht annähernd soviele haben wie GB.

            Interpretation der Studie:
            „SARS-CoV-2 verläuft bei CYP sehr selten tödlich, selbst bei Personen mit zugrundeliegenden Komorbiditäten. Diese Ergebnisse sind wichtig für die Beratung von Familien, Klinikern und politischen Entscheidungsträgern über künftige Schutzmaßnahmen und Impfungen.“

            Den NYT-Artikel über die brasilianischen Kinder konnte ich nicht lesen, da ich kein Abo habe. Die Begründung auf die Frage „Why?“ hätte mich aber interessiert – sofern es nicht spekulativ sondern wissenschaftlich erklärt ist. Fakt ist jedenfalls: Die brasilianische Bevölkerung besteht zum überwiegenden Teil aus Menschen schwarzer Ethnie (s. o.). Fakt ist auch: Brasilien gehört zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas. Für die ärmsten Länder ist typisch, dass Kinder an Krankheiten sterben müssen, an denen sie hier nicht sterben. Für Brasilien ist es außerdem typisch, dass es zwar viele hervorragende Krankenhäuser gibt – aber nur für die Reichen. Ohne Geld keine oder miserable medizinische Versorgung. Es ist also totaler Quatsch, Deutschland mit Brasilien vergleichen zu wollen. Wie gesagt: Ich fragte nach den Leichenbergen von Kindern in Schweden, die es dort nach deiner Logik ja geben müsste.

            Der Volksverpetzer ist im übrigen – wie die meisten anderen selbsterkannten Faktenchecker – das Gegenteil von Wissenschaftlichkeit. Ich habe immer wieder mal Faktenchecks von denen gegengecheckt: Das Niveau vom Volksverpetzer ist unterirdisch, der Schreibstil erfüllt alle Kriterien von Propaganda. Es werden immer dieselben Methoden genutzt um andere zu diskreditieren (gerne, indem sie anderen ihre eigenen Methoden vorwerfen), Nebelkerzen gezündet, „Kronzeugen“ genannt und Dinge „widerlegt“ die nie behauptet wurden etc.pp. Viele Faktenchecks sind auch durch die Realität, durch Studien, durch Erfahrungen schon längst widerlegt. Von daher: Wenn du überzeugen möchtest, dann bitte seriöse Quellen. Weder der Volksverpetzer, noch Mimikama oder Correctiv sind als seriös einzustufen.

            Du erklärst den Grund für meine angebliche Blindheit für die nachgewiesenen Folgen für Kinder und Jugendliche (!) damit, dass du aus deinen Erfahrungen als Altenpfleger erzählst? Wieviele Kinder waren denn unter den 11 Menschen, die du kanntest und selbst gepflegt hast? Kein Mensch bestreitet, dass diese Krankheit gefährlich für alte Menschen ist. Insbesondere für alte Menschen in Pflegeheimen, denn diese sind ja i.d.R. aus gutem Grund pflegebedürftig. Aber es ist doch vollkommen absurd, daraus auf Kinder und Jugendliche zu schließen.

            Auch deine Kollegen zählen nicht zu Kindern und Jugendlichen! Natürlich gibt es die Krankheit, natürlich gibt es schwere und schlimme Verläufe und natürlich gibt es auch Long Covid. Aber – ich wiederhole mich – auch Angst macht krank! (Da denke ich an deine Kollegen mit den Angststörungen. Dafür sind wohl eher die Panikmache sowie die ganzen Maßnahmen verantwortlich, als Long Covid) . An deinem Blogeintrag sehe ich aber, dass deine Frau Risikoperson ist. Das erklärt immerhin zum Teil deine Sorge. Doch trotzdem kannst du nicht von deinen Patienten in der Pflege oder von deinen Kollegen auf Kinder und Jugendliche schließen. Und von dem o.g. Artikel ebenfalls nicht.
            Nochmals Oliver: Ich nehme wahr, dass du Angst vor dieser Krankheit hast. Mehr Angst, als meiner Meinung nach nötig und als dir vermutlich auch guttut. Ich verstehe, dass du als Altenpfleger sehr belastende Erfahrungen gemacht hast. Aber du machst den Fehler, aus deinen Erfahrungen mit alten Menschen auf alle Altersgruppen und sogar auf Kinder zu schließen. Du konsumierst den Volksverpetzer und auch andere Seiten sehr unkritisch (s.o.) – was alles dein gutes Recht ist, aber deine Angst natürlich nur weiter befeuert.

            Doch bedenke: Du stehst hier für eine Partei und diese behauptet/ du behauptest für Wissenschaft und Evidenz zu stehen – pickst dir aber Drama pur heraus (aus Twitter, Zeitschriften oder von Karlchen L.), ckeckst die Infos nicht gegen, während du Studien komplett ignorierst, die nicht in dein Drama-Weltbild passen. Ich habe zwei der Studien, auf die du dich beziehst, ein bisschen genauer angesehen: Und die „versprechen“ nicht das, was du behauptest. Im Gegenteil.

            Das ist das Gegenteil von Wissenschaftlichkeit. Und das ist das, was ich kritisiere. An deinen Beiträgen hier lässt sich weder Wissenschaftlichkeit noch echte Evidenz erkennen, die du/ die Piraten aber behaupten. Das ist echt krass.

            Doch trotzdem möchte ich dir meine Hochachtung dafür aussprechen, dass du so einen tollen und wichtigen Job machst! Bedenke aber, dass deine Ängstlichkeit auf deine Patienten abfärben kann. Das ist bei alten Menschen genauso wie bei Kindern. Sie brauchen Zuversicht, Fröhlichkeit und Geborgenheit, Beziehung und Berührung, Kontakt zu ihren geliebten Angehörigen. So viele alte Menschen litten – und leiden noch – unter der Isolierung. So viele sind daran zugrunde gegangen (alleine 5 in meinem Bekanntenkreis – ganz Covid-frei) – das kann nicht der Preis sein, den sie ungefragt zahlen müssen.

            Alles Gute dir!
            Louise Sommer

  2. Louise Sommer

    Liebe Piraten,

    verstehe ich euch richtig: Ihr unterstützt tatsächlich Karl Lauterbach und fordert 2G sowie NoCovid?

    Ihr steht folglich nicht mehr für Datenschutz (denn mit Datenschutz und Überwachung funktioniert 2G und NoCovid nicht) und befürwortet eine menschenverachtende „Gesundheitspolitik“ wie in Australien und Neuseeland, in der Menschen so gut wie gar nicht mehr vor die Türe gehen dürfen, die totale Kontrolle durch Polizei und Militär durchgesetzt wird, z.B. Spaziergänge extrem hart sanktioniert werden, positiv getestete Menschen in Lager gesperrt werden, immer und immer wiede neue Lockdowns verhängt werden, die Bevölkerung (und die Kinder!!!) nachhaltig psychisch geschädigt werden und ein Ende der immer und immer neuen Lockdowns nicht absehbar ist? Ihr haltet Neuseeland und Australien immernoch für erfolgreich? Und ihr findet, dass das gut für unsere Kinder wäre?

    Warum?

    Ihr steht für evidenzbasierte Politik? Ihr habt aber schon mitbekommen, dass Herr Lauterbach immer und immer wieder glatte Lügen erzählt, dass es viele Studien, die er behauptet, gelesen zu haben, überhaupt nicht existieren oder aber etwas vollkommen anderes aussagen? Was Herr Lauterbach von sich gibt, ist sehr oft alles andere, nur nicht evidenzbasiert. Mich irritiert daher diese Aussage von euch ziemlich.

    Darüber hinaus gibt es auch jede Menge (peer reviewte!) Studien, die zu vollkommen anderen Ergebnissen kommen, als das, was als allgemeiner „Konsens“ in Deutschland kommuniziert wird.

    Ihr habt mitbekommen, dass es den Kinder in Schweden psychisch und natürlich auch körperlich unendlich viel besser geht als unseren Kindern in Deutschland? Denn dort dürfen die Kinder Kinder sein, sie dürfen, spielen, lachen, sich ins Gesicht sehen, sich berühren, toben, Quatsch machen, im Unterricht die Mimik der LehrerInnen wahrnehmen, ihren Mund sehen, können dadurch leichter lernen, im Verein Sport treiben… Sie dürfen Kind sein!!! Mit all ihren Sinnen, denn das ist aus psychosozialer und auch neurologischer Sicht immens wichtig für eine gesunde Entwicklung!

    Ihr seid für wissenschaftsbasierte Politik? Dann würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir helft, Antworten auf folgende Fragen zu bekommen:

    1. Wo ist die _Evidenz_, dass NoCovid die bessere Strategie ist, als die der Bundesregierung in den letzten 18 Monaten oder die anderer Länder?
    2. Wo ist die _Evidenz_, dass Covid für Kinder gefährlich ist, so dass sie weiterhin oder immer und immer wieder isoliert und wegsperrt sein sollten (denn nichts anderes ist 2G und NoCovid letztendlich, siehe Neuseeland und Australien).
    3. Wo ist die _Evidenz_, dass die Lockdownmaßnahmen unseren Kinder nicht geschadet haben? Alternativ: Wie erklärt ihr euch die massive Zunahme von suizidalen und depressiven Kindern (!) und Jugendlichen in den Kinderpsychiatrien?
    4. Wie steht ihr zu der Zunahme von misshandelten und vergewaltigten Kindern und Frauen während der Lockdowns oder dazu, das Kindern aus sozial schwachen Familien die einzige warme Mahlzeit am Tag wegfiel? (Denn Lockdowns wird es bei NoCovid immer wieder brauchen, siehe Neuseeland und Australien).
    5. Wo ist die _Evidenz_, dass Kinder unter NoCovid/ Lockdowns weniger zu leiden haben als ohne oder lockerere Maßnahmen?
    6. Wo ist die _Evidenz_, dass bei Kindern in Deutschland „seltene gesundheitliche Probleme gehäuft auftreten“? Da wisst ihr wohl mehr als die Verbände für Kinder- und Jugendmedizin. Daher würde ich mich freuen, wenn ihr eure evidenzbasierten Quellen mit mir teilt. Alle ofiziellen Zahlen sprechen doch gegen diese Aussage (?).
    7. Wo ist die _Evidenz_, dass der NoCovid-Weg besser für Kinder wäre als z.B. der schwedische?
    8. Wo ist die _Evidenz_ dass „Schulöffnungen in Präsenz ein erhebliches Risiko für die Gesundheit der betroffenen Schüler:innen darstellen“? Die Erfahrungen von Altenpfleger Oliver Ding lassen sich eher nicht auf Schulen übertragen?
    9. Wo ist die _Evidenz_, dass Lockdowns (=NoCovid) einen maßgeblichen Einfluss auf den Verlauf von Covid haben?
    10. Wo ist die _Evidenz_, dass Länder ohne Lockdown und Maskenmandate, schlechter dastehen als Ländern mit Lockdowns und Maskenmandaten?
    11. Wie steht ihr zu BlackLivesMatter? Alternativ: Wie steht ihr zu der durch Lockdowns millionenhaft erhöhten Sterblichkeit von Kindern und Erwachsenen in den armen Ländern (BlackLives)?
    12. Wie steht ihr dazu, dass es Kinder gibt, die seit 18 Monaten keinerlei (!) Kontakt mit anderen Kindern haben durften, weil z.B. Herr Lauterbach die Eltern so in Angst und Schrecken versetzt hat? Haltet ihr das für gesund für diese Kinder? Die fehlende Präsenzpflicht in den Schulen machte dies möglch.
    13. Wo ist die _Evidenz_, dass sich Viren eher zu gefährlicheren Viren entwickeln statt zu ungefährlichere (wovon ihr, ebenso wie Herr Lauterbach, auszugehen scheint, entgegen anderslautender Aussagen von Virologen)?
    14. Welche _Evidenz_ habt ihr, dass die ganze Testerei in den Schulen irgendeine schwere Infektion vermieden habt? (Meine Kinder hassen die Testerei, ich sehe hier keinen Nutzen für Kinder; Ihr wollt 3x pro Woche Lolli-Tests).
    15. Seid ihr für Maskenpflicht in den (Grund-)Schulen? Falls ja: Warum? Sprich: _Evidenz_ über deren Nutzen und _Evidenz_, dass sie nicht schaden (vgl. Arbeitsschutzgesetz)? (Meine Kinder weinen, weil sie Masken tragen müssen und es ihnen damit überhaupt nicht gut geht. Ich sehe hier keinen Nutzen, aber viel Schaden, psychisch und körperlich. Wegen Testerei und Masken wäre übrigens auch ich für eine Aussetzung der Präsenzpflicht. Allerdings wollen meine Kinder partout keinen digitalen Fernunterricht mehr, sie wollen und brauchen Beziehung zum Lehrer und den Klassenkameraden. Echtes, authentisches Lernen statt Bildschirm.
    16. Eben sehe ich noch, dass ihr von einer Long Covid-Gefahr von Kindern schreibt: Wo ist die Evidenz hierzu? Hier kenne ich ausschließlich Studien, die das eben _nicht_ belegen.

    Ich würde mich wirklich sehr freuen, von euch zu erfahren, auf welche wissenschaftliche Evidenzen ihr euch beruft. Denn nach meinem heutigen Kenntnisstand, den ich durchaus für evidenzbasiert halte, würde ich eure Forderungen als extrem kinderfeindlich einstufen. Aber vielleicht täusche ich mich ja? Ich bin offen, dazuzulernen.

    Es gibt aber auch einige Aussagen, bei denen ich zu 100% hinter euch stehe:
    Ich bin auch für Transparenz statt Korruption. Insbesondere würde ich aktuell gerne wissen, wie sehr und auf welchem Wege die Pharmaindustrie Einfluss auf unsere Politiker ausübt.
    Auch ich finde, dass schon längst in allen Schulen Luftfilteranlagen eingebaut sein müssten.
    Klimapolitik, Inklusion und viele andere eurer Themen kann ich voll unterschreiben. Nur eure „Gesundheitspolitik“ sowie der – für mich- kinderfeindliche Ansatz irritiert mich sehr.

    Last but not least: Auch ich verurteile Hassnachrichten und Morddrohungen gegen Menschen, unabhängig davon, welche Meinung diese Personen verteten, sei es Herr Lauterbach oder Herr Wodarg, Herr Drosten oder Herr Streeck, Herr Spahn oder Herr Ballauf, Frau Brinkmann oder Frau Kämmerer, …. (Ihr solidarisiert euch hier zwar öffentlich nur mit Herrn Lauterbach, aber ich gehe trotzdem davon aus, dass ihr das ebenso wie ich auf jede Person mit jedweder Meinung bezieht – korrekt?) Diese Unart, Menschen, deren Meinung man nicht teilt, zu bedrohen und zu beschimpfen ist wirklich unerträglich…

    Viele Grüße
    Louise Sommer

    • Wir setzen uns vor allem für #BildungAberSicher ein. Kinderfeindlich ist es, die Kinder ohne Schutz in eine neurotrope, multiple Organe beeinträchtigende Erkrankung rennen zu lassen, die nicht nur das Gehirn von Kindern langfristig schädigen kann, auch wenn sie zunächst keine oder nur milde Symptome zeigen, sondern auch das Herz, die Nieren, die Leber oder die Geschlechtsorgane. Wer sie in die Durchseuchung schicken will, riskiert zahlreiche Fälle wie hier. Das passiert. Auch bei völlig gesunden Kindern.

      Evidenz für die Wirksamkeit der Maßnahmen ist breit gefächert zu finden – nur halt nicht bei Schwurblern wie Wodarg, Bhakdhi oder Rabe. Die Wirksamkeit des raschen und konsequenten Lockdowns im März 2020 hat man v.a. im Vergleich zu Italien und Spanien gesehen. Im Herbst 2020 hat man hingegen völlig langsam absolut unzureichende Maßnahmen eingeführt, die wesentlich weniger effektiv waren. Dies belegt die Erkenntnisse, die Epidemiologen spätestens seit der Spanischen Grippe kennen: Wer früh hart durchgreift, kommt besser durch die Wellen; es gibt weniger Kranke, weniger Tote, weniger Schäden für die Wirtschaft. Siehe Neuseeland, Taiwan, Australien und diverse andere Länder. Und eben gerade nicht Schweden.

      Die NoCovid-Gruppe hat ihre Empfehlungen auf zahlreichen belastbaren und nachvollziehbaren Quellen aufgebaut, die unter https://nocovid-europe.eu/#publications in jeder dort veröffentlichten Publikation zu finden sind. Auch die STIKO befasst sich in der Stellungnahme aus dem Epidemiologischen Bulletin 33/2021 auf den Seiten 16 bis 18 umfassend mit LongCovid bei Kindern (siehe auch Toolbox #10: Post-COVID-Syndrom (PCS), Seite 9. Die Niedriginzidenzstrategie, die durch konsequentes Testen und Isolieren von positiven Fällen und Kontaktpersonen die sofortige Eindämmung von Ausbrüchen nutzt, um über Grüne Zonen zu Öffnungen zu kommen, ist eben eine Öffnungsstrategie: Davon haben Kinder viel mehr, weil sie sich dann eben in offenen Umgebungen freier als seit März 2020 bewegen können. In Neuseeland klappt dies seitdem hervorragend, und in diesem Land gibt es nicht nur kaum Erkrankte, sondern auch kaum Todesfälle, während bei uns noch vor Weihnachten die Sechsstelligkeit droht.

      Wir setzen übrigens wie der Bundesdatenschutzbeauftragte bei der Kontaktnachverfolgung auf Datenschutz-freundliche Lösungen wie die CoronaWarnApp (und bitte keinen Security-GAU wie Luca). NoCovid sieht im Grüne-Zonen-Konzept auch keine Listen und Dauerüberwachung und Schlagbäume etc. vor, sondern setzt auf Stichprobenprüfungen. Lockdowns in Schulen und Kitas will auch das NoCovid-Konzept nicht, weil die Bildung eines sehr hohen Stellenwert hat. Aber sie können notwendig werden, um die Fallzahlen handhabbar werden zu lassen, denn Bildung muss sicher sein. Es war ein katastrophaler Fehler, die Kinder vor dem ersten Schultag nicht getestet zu haben, weil man ja aus dem vergangenen Jahr wusste, dass mit Auslandsreisen auch das Virus mitgebracht wird.

      Übrigens wird bei der ständig behaupteten Zunahme von psychischen Problemen für Kinder eines völlig vergessen: Die Kinder haben ebenso Angst, sich anzustecken oder ihre Eltern, Großeltern und andere Verwandte anzustecken und dann für schwere Verläufe bei denen gesorgt zu haben.

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